Lebensmittelkompetenz als verpflichteter Lerngegenstand – LR Schmiedbauer zu Besuch im Murtal

In Eppenstein stellte Landesrätin Simone Schmiedtbauer ihre Lebensmittelfoffesive vor.

Eigentlich ging es beim Besuch der Landesrätin in Eppenstein um das Thema „Direktvermarktung – ein Chance für die Landwirtschaft“.  Der Ort war gut gewählt, nämlich der „e5 – dein Genussladen“, wobei e5 für die Adresse Eppenstein 5 steht. Durch das  übersichtlich präsentierte Angebot,  das auch ein  Augenschmaus ist,   wurden ihre Ausführungen  zum Thema drastisch unterstrichen. Bei der gebotenen Vielfalt an Köstlichkeiten musste  die Landesrätin auch an die Verschwendung von Lebensmitteln denken, Zu ihrer Lebensmitteloffensive gehört daher auch die Forderung, Lebensmittelkompetenz als Lerngegenstand in Schulen einzuführen. „Kinder müssen mit der Erde in Berührung kommen und sehen, dass ein Tier sterben  muss, wenn man Fleisch essen will.“

Den  e5- Bio-Genussladen haben Klement Grasser und Bernd Lippacher vor vier Jahren eingerichtet.  Seither werden hier Fische- und Wild und deren Erzeugnisse daraus, viel Regionales und Saisonales in höchster Qualität angeboten. Dazu kommt noch die Lohnschlachterei. Mit 15 Mitarbeitern steht hier ein Vorzeigebetrieb, der auch mit kurzen Anlieferungswegen punktet. „2000 Betriebe bewirtschaften im Murtal 146.000 Hektar und in fast allen Orten gibt es bereits Direktvermarkter“, so Bürgermeister  LAbg. Bruno Aschenbrenner, in dessen Heimatgemeinde St. Marein-Feistritz  nach Schließung des Lebensmittelgeschäftes  Bäuerinnen dabei sind, Im alten Feuerwehrgebäude einen Selbstvermarktungsladen einzurichten.

„Auf der einen Seite werden zu wenige Fische, zu wenige Gemüse und Obst produziert, auf der anderen Seite werden 800 Kilo Lebensmittel pro Kopf verschwendet. Das ist eine Geringschätzung des Wertes und tut mir in der Seele weh“, so Schmiedtbauer. Wenn Lebensmittel unter größter Mühe und unter Berücksichtigung des Umweltschutzes hergestellt wird, sollte man sich beispielsweise der Mühe unterziehen, außer dem Ablaufdatum auch die Nase als Parameter für die notwendige Entsorgung heranziehen.. Das Land will 40 Millionen Euro in das Schulwesen zur Ausbildung von Hofübernehmern in die Hand nehmen und Rahmenbedingungen schaffen, die dann auch  über neue, dem Klimawandel angepasste Produkte zu den Konsumenten führen soll.   Wo es nicht gelingt, müssen Konsumenten sich mit weiß Gott von woher importierten Lebensmitteln begnügen. Klement Grasser  und Bernd Lippacher haben den Schritt gewagt, eigene Produkte und die von Kollegen, auch Spezialitäten, die man Märkten  gar nicht bekommt, direkt zu vermarkten. Vom Feld auf den Teller, man weiß woher das Essen kommt und kennt die Bauernfamilien.  Wenn man auch   den Aufwand für die Produktion kennt beantwortet sich die Frage, warum solch Produkte manchmal etwas mehr kosten: Weil sie es wert sind und weil sie besser schmecken. Grasser würde übrigens mehr Fische brauchen und würde sich über Angebote freuen oder auch über einen Fischteich.

Gertrude Oblak