Obmannwechsel bei der Judenburger ÖVP-Stadtpartei

Vizebürgermeister Norbert Steinwidder hat die Spitzenfunktion bei der ÖVP Judenburg an Stadtrat Andreas Brugger übergeben.

Mit einem einstimmigen Vertrauensvotum wurde Andreas Brugger beim ÖVP-Stadtparteitag zum neuen Stadtparteiobmann gewählt. Der 33-jährige Pädagoge gehört seit 2018 der ÖVP an, in der er es in einer Blitzkarriere zum Stadtrat und nun auch zum Obmann gebracht hat. Bis zu den Gemeinderatswahlen im März des kommenden Jahres wird Norbert Steinwidder noch als Vizebürgermeister zur Verfügung stehen. Ebenso bleibt er Obmann der WKO-Regionalstelle Murtal-Murau und Wirtschaftsbund-Bezirksobmann.

Brugger hat sich bereits zurechtgelegt, wie er die Partei und wenn möglich auch als Bürgermeister agieren will. Zunächst: „Die Stadt braucht keine Verbesserung, sondern eine Erneuerung.“ Und in diesem Sinne werde er dafür sorgen, dass die Wirtschaft anspringt, vor allem zählen die Ansiedelung von Gastronomiebetrieben in der Innenstadt, die Förderung der Betriebe und der Chancen für die Jugend und vieles mehr zu seinen Schwerpunkten. „Die SPÖ hat seit 1945 durchgehend die Stadt regiert, das war nicht immer zum Besten der Stadt.“ Wenn Steinwidder bilanziert, dann wird das noch deutlicher. „Die Stadtwerke AG schüttet sechs Millionen Euro für die Stadt aus, möglicherweise wird sie durch den 45 Millionen teuren Kraftwerksbau nicht  weiterhin so großzügig unterstützen können.“

Rück- und Ausblick

Die 3,5 Millionen Euro Erlös aus dem Verkauf des Ochsenbodens sind auch durch geschickte Fördernützung auf zehn Millionen Euro anwachsend, bald und richtig in Projekte der Stadt investiert und dann?  Genau dafür seien bessere Maßnahmen und Entscheidungen gefragt. An Beispielen der 15 Prozent Leerstände bei den Gemeindewohnungen, die aus Geldmangel nicht renoviert und vermietet werden können und an der Tatsache, dass die Einwohnerzahl nach der Gemeindezusammenlegung wieder auf unter 10.000 gesunken sei, ist zu sehen, dass hier vieles schief läuft. „Es war für mich schwer auszuhalten, wenn meine Einwände und gut durchdachten Vorschläge als Opposition durch die SPÖ-Mehrheit überstimmt wurden.“ Er zählte die so entstandenen, teuren Flops auf, wie beispielsweise das Wachernig-Gutachten, der Stadtkümmerer, die Kosten, die durch den Streit des Bürgermeisters mit dem Stadtamtsdirektor entstanden sind und vieles mehr auf.

Lob und Dank

Ehrenbezirksobmann Hermann Hartleb dankte Steinwidder für seinen unermüdlichen Einsatz. „Die Opposition hat Unglaubliches geleistet“, hat Landesrat Werner Amon gelobt und auch die Leistungen seines Freundes Steinwidder als Manager und Politiker. Zur bevorstehenden Landtagwahl gab er zu bedenken: „Landeshauptmann Christopher Drexler ist kein Landesvater, dazu ist er zu jung, aber er ist ein Landesanwalt, der mit seinem großen Wissen punktet.“ Als Ehrengast ist auch NR a. D. Fritz Grillitsch zur Versammlung gekommen.

Gertrude Oblak

Dieser Parteitag hat nicht nur einen personellen Wechsel an der Spitze der Stadtpartei eingeleitet, sondern auch den Grundstein für einen dynamischen und engagierten Wahlkampf gelegt, in dem die ÖVP Judenburg ihre Position weiter festigen möchte.